ORLAN
11. Februar – 2. April 2017


Aus Omnipresence, 7. chirurgische Performance, 1993 © ORLAN

SITUATION #61: ORLAN,
Omnipresence, 1993

11. Februar – 2. April 2017

Anfang der 1990er Jahre beginnt die französische Performancekünstlerin ORLAN ihr radikales Kunstprojekt Die Reinkarnation der Heiligen Orlan, bei dem ihr eigenes körperliches Fleisch zum Material der Kunst wird. Über chirurgische Eingriffe modelliert und de/formiert sie ihr Gesicht, um die verschiedenen Partien – Stirn, Nase, Lippe, Augen und Kinn – unterschiedlichen kunsthistorischen Vorbildern nachzuempfinden. Omnipresence zeigt den siebten solchen chirurgischen Eingriff, den ORLAN am 21. November 1993 als mediales Ereignis inszeniert. Noch vor Internet und Smartphone lädt ORLAN zur kollektiven Teilnahme ein, indem sie die Performance live an ein ausgewähltes Publikum überträgt und diesem die Möglichkeit gibt, über Telefon oder Fax mit der Künstlerin zu kommunizieren. Der Operationstisch wird dabei zur Bühne, während das Skalpell unter die Haut geht und sie vom Körper zieht. „Die fleischliche Kunst oszilliert zwischen der Entstellung (défiguration) und Wiederherstellung (refiguration) des Körpers“, heisst es im begleitenden Manifest: „Weil unser Zeitalter diese Möglichkeit bietet, schreibt sie sich ins Fleisch ein. Der Körper wird ein modifiziertes ‚Readymade’…“ Der Schnitt in das körperliche Fleisch wird zur Schnittwunde und Schnittstelle, an dem sich der Körper den Bildern unterwirft, ja Körper und Bild sich radikal verkehren – und vorausweisen auf ein post-fotografisches Zeitalter, in dem Manipulation, Modellierung und mediale Selbstinszenierung immer mehr zum unspektakulären Alltag werden.

Das Manifest zur Art Charnel (fleischlichen Kunst) von ORLAN: http://bit.ly/2kOdocA

Mehr von ORLAN: orlan.eu

Cluster: Flesh

Tags: Bildfeministisch, FleischhybridKörper, radikalReadymadePerformance, Schnitt, Wunde

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